Bauerleben und Burgerleben im Mittelalter

Trimis la data: 2002-06-16 Materia: Germana Nivel: Liceu Pagini: 2 Nota: / 10 Downloads: 16
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Armut, Seuchen, Raubüberfälle und Arbeit von Sonnenauf- bis -untergang, dazu erdrückende Forderungen vom Lehnsherren: Das bäuerliche Leben im Mittelalter war alles Andere als leicht. Aber dennoch arbeiteten neun von zehn Leuten in der Landwirtschaft. Mit 40 Jahren war man damals schon ein alter Mann, da die Arbeit so hart und manche Bauern im Mittelalter im Alter krank waren. Nur wenige Leute erreichten ein damals hohes Alter von 50 Jahren. Die Durchschnittsgröße war damals ca. 1,60 Meter

DAS BAUERNLEBEN

Armut, Seuchen, Raubüberfälle und Arbeit von Sonnenauf- bis
-untergang, dazu erdrückende Forderungen vom Lehnsherren: Das
bäuerliche Leben im Mittelalter war alles Andere als leicht. Aber
dennoch arbeiteten neun von zehn Leuten in der Landwirtschaft. Mit 40
Jahren war man damals schon ein alter Mann, da die Arbeit so hart und
manche Bauern im Mittelalter im Alter krank waren. Nur wenige Leute
erreichten ein damals hohes Alter von 50 Jahren. Die
Durchschnittsgröße war damals ca. 1,60 Meter. Die meisten Bauern waren
sauer auf die Kirche, da sie Sonntags keine notwendige Arbeit
verrichten durften. Viele Bauern waren freie Bauern, doch sie mußten
immer öfter Kriegsdienst leisten und wurden dann unfreie oder hörige
Bauern. Ihre Lehnsherren verlangten dafür Abgaben. War die Ernte gut,
war dieser Rest groß, fiel sie aber schlecht aus, reichte es gerade um
zu Überleben. Weil die Äcker der Bauern keine eigenen Zufahrten
hatten, konnte ein Bauer nicht dann pflügen, eggen, säen und ernten
wann er wollte. Beginn und Ende mußten vielmehr von der Dorfgemeinde
beschlossen werden. Die Dorfgemeinde des Mittelalters war ein
abgeschlossener und erstaunlich weit entwickelter Wirtschaft- und
Sozialbetrieb mit beachtlichen Selbstverwaltungsaufgaben, die jedes
Mitglied hatte. Weil die Bevölkerung seit dem 10. Jahrhundert stark
zunahm, rodeten Bauern Urwälder und legten Sumpf- und Moorgebiete
trocken. Ein Haus bestand im Mittelalter aus einem einzigen Raum. Ein
Loch in der Decke diente als Rauchfang für den offenen Herd.

Damals wurden praktisch alle Arbeiten von der Hand ausgeführt,
lediglich zum Beackern des Bodens benutzte man Geräte, die von Tieren
gezogen wurden. Das war zum Beispiel im Hochmittelalter der Holzpflug.
Er besaß ein Eisenmesser und eine hölzerne Plugschar. Gezogen wurde er
von Pferden oder Ochsen, die wesentlich kleiner und nicht so kräftig
waren als heute. Gras und Getreide mähte man mit Sensen. Zum Dreschen
benutzte man einen Dreschflegel aus Holz. Neben den heute noch
üblichen Getreidearten Roggen, Gerste und Hafer bauten die Bauern im
Mittelalter Dinkel und in manchen Regionen auch Grünkorn an. Generell
war damals der Ertrag erheblich geringer als bei modernen Zuchtformen.
Trotz aller Bemühungen ergibt ein einzelnes Saatkorn im Mittelalter
nicht mehr als eine Ernte zwischen drei und vier Körnern. Viele Bauern
beschränkten sich, Vieh zu züchten. Doch immer wieder verminderten
Seuchen den Bestand.

Wein wurde praktisch in allen Gegenden des mittelalterlichen
Deutschlands angebaut, fast jeder Bauer hatte ein eigenes Weinfeld.

Als Nutztiere hielten die Bauern Schweine, Geflügel und Bienen, denn
Honig wurde zum Süßen der Speisen dringend gebraucht.

So konnte sich die Bevölkerung zwischem dem 10. und 14. Jahrhundert
mehr als verdoppeln, es war keine Ausnahme, daß ein Bauer und seine
Ehefrau 12 Kinder hatten, aber oft starben über die Hälfte schon bei
der Geburt oder in den Kleinkinderjahren. Um das Jahr 1000 mögen in
Deutschland ca. 5 Millionen Menschen gelebt haben, gegen Mitte des 14.
Jahrhunderts waren es schon ca. 11,5 Millionen.

Burgen im Mittelalter

Burgen waren mittelalterliche Wehranlagen, die aus den römischen
Kastellen und dem von einem Wall umgebenen Grenzturm (lat. burgus)
entstanden waren. Burgen wurden oft an besonders herausragenden
Punkten gebaut (Berge, Anhöhen, Furten). Der Burgherr verlangte von
Durchreisenden Zoll und von den Bauern der Gegend Abgaben. Dafür bot
er ihnen Schutz auf der Burg, falls Feinde die Bauern angriffen.
Burgen waren häufig Ausgangspunkt für spätere Stadtgründungen. Der
Burgherr bot durchreisenden Kaufleuten Land zu Füßen der Burg an und
hoffte, daß sie dort Kaufbuden bauen und Handel treiben würden. Die
Kaufleute suchten in der Burg mit ihrer Ware Schutz vor Räubern. Ein
paarmal im Jahr fand zu Feiertagen im Burghof ein Markt statt. Dadurch
kamen Leute und mit ihnen Reichtum, der immer mehr Leute anlockte. Die
Bewohner der Burgen nannte man "Bürger".

Durch die Kriege Karls des Großen, die Kreuzzüge und den Anstieg der
Adelsmacht war das Rittertum zu einem wichtigen Stand geworden. Ritter
konnte man erst nach langen Vorbereitungen werden. Mit 7 Jahren wurde
man Page am Hofe eines Edelmannes. Mit 14 wurde man Knappe und folgte
seinem Herren in den Kampf. Mit 21 Jahren wurde man zum Ritter
geschlagen und erhielt das Schwert, den Helm mit Visier und Helmbusch,
den Panzer, die Blechhandschuhe und goldene Sporen.

Die Wohnung des Ritters war die Burg. Sie lag entweder auf steilen
Felsen (Höhenburg) oder in der Ebene, von Wasser oder Sumpf
umschlossen. Häufig war sie von einem tiefen Graben umgeben, über den
eine Zugbrücke führte. Die Burg war ringsherum mit einer breiten Mauer
geschützt, auf der man gehen konnte und Angreifer mit heißem Pech oder
mit einem Pfeilhagel abwehren konnten, wenn die Feinde den Burgberg
heraufkamen. Der Burghof (Zwinger) war von Pferdeställen und dicken
Mauern eingeschlossen. Über dem Eingangstor befand sich meist ein
Turm, in dem der Wächter (Turmwächter) saß, der mit einem Horn den
Burgbewohnern Besuch oder den Angriff von Feinden ankündigte. In der
Mitte des Burghofes stand das Herrenhaus (Palas). Daneben war das
Frauenhaus (Kemenate), wo die Burgfrau mit den Kindern wohnte. Auf den
meisten Burgen gab es auch eine kleine Kirche (Burgkapelle). Ein Stück
weiter war der Bergfried, der höchste Turm auf der Burg, der allen
Burgleuten bei einer Belagerung als letzte Zuflucht diente, wenn der
Feind bereits in den Burghof eingedrungen war. Nur über eine große
Leiter konnte man an die hoch oben angebrachte Tür des Bergfrieds
gelangen. Wenn alle Burgleute sich in den Turm gerettet hatten, zog
der Ritter die Leiter zu sich hoch in den Turm. Dort waren Räume für
Frauen, Kinder und Mannschaft. Man konnte sich oft über einen Brunnen,
der unter dem Turm war, mit Wasser versorgen. Mit einer "eisernen
Ration" an Lebensmitteln mußte man oft wochenlang aushalten, bis die
Angreifer in die Flucht geschlagen werden konnten.

Der Bergfried diente meist aber als Gefängnis (Kerker). Tief unten
befand sich das Burgverlies, in das kein Licht kam. Dort warf man die
Gefangenen hinein, indem man sie an einem Seil hinabließ. Neben den
großen und reichen Burgen der Kaiser, Fürsten und Edelleute gab es
auch Burgen armer Ritter, die nur aus Turm, Stall, Wohnhaus und Mauer
bestanden (Burgstall). Später wurde aus den Wehr- und Wohnburgen die
nicht mehr befestigten Schlösser. Aber auch auf den fürstlichen Burgen
war es ungemütlich, kalt und langweilig. Nur festliche Ritterspiele
oder Turniere brachten Abwechslung.

Manche Ritter verarmten und lebten von Raub. Von ihren festen Burgen
fielen die Raubritter über Kaufleute her und raubten sie aus, nahmen
sie gefangen und verlangten hohes Lösegeld. Den Bauern raubten sie das
Vieh und die Erntevorräte.

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Nota explicativa
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